Dienstag, 2. April 2013

Gelesen: Im Totengarten von Kate Rhodes

Hallo meine lieben Leser,

wie Ihr seht, herrscht immer noch massive Flaute und es ist weiterhin kein Ende in Sicht. Ich bin am überlegen, ob ich eventuell erstmal eine kleine, offizielle Pause einlege, um meine Lust am Bloggen und Lesen zurück zu gewinnen. Dazu aber mehr in einem anderen Post, hier habe ich jetzt erstmal noch eine Rezi für Euch :o)

Eckdaten

Titel: Im Totengarten
Autorin: Kate Rhodes
Format: Taschenbuch, 448 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch, September 2012
Genre: Thriller
ISBN: 978-3548284620
Euro (D): 9.99

Inhalt - Klappentext

... eine Hand: direkt neben meinem Fuß auf dem dunklen Gehweg. Sie war klein und lag geöffnet da, als warte sie darauf, dass irgendein Passant ihr ein paar Münzen gab ... In den Straßen Londons treibt ein brutaler Killer sein Unwesen. Er tötet junge Frauen. Sein Markenzeichen: Er ritzt blutige Kreuze in die Haut seiner Beute. Sie könnte sein nächstes Opfer sein: Alice Quentin, Psychologin im Dienste der Polizei. Die Jägerin wird zur Gejagten. Erst gerät ihr Bruder unter Verdacht, dann verschwindet ihre Freundin. Und bald beherrscht Alice nur noch ein Gedanke: Er wird mich nicht bekommen.

Meine Meinung

Laufen, laufen und nochmals laufen. Das ist das, wovon man in Kate Rhodes` "Totengarten" jede Menge mitbekommt. Aber von vorn. Psychologin Alice bekommt es mit einem sehr pikanten Fall zu tun, denn in London treibt sich ein Mädchenmörder herum, dessen Taten schon Mal dagewesen waren, ob es sich tatsächlich um den selben Mörder handelt oder ob sogar ihr geistig verwirrter Bruder in der ganzen Sache eine Rolle spielt, gilt es für Alice herauszufinden.

Das Ganze ist eigentlich wirklich ein guter Stoff für einen soliden Thriller. Freilich, nichts Neues oder gar Außergewöhnlich, aber das muss ja auch nicht immer sein, um seine Leser zu fesseln, ein gut gemachter "althergebrachter" Thriller ist genau so klasse, wie etwas ganz Neues. Leider schwächelt "Im Totengarten" an einigen Stellen. Lesen lässt es sich locker und leicht, allerdings hat das Buch die bald schon nervige Eigenschaft, dass seitenlang nichts, aber auch gar nichts Relevantes passiert und Kate Rhodes ihre Protagonistin dann lieber stundenlang Laufen schickt und das dem Leser präsentiert. Bevor der Leser dann kurz vorm Wegnicken ist, kommt mit einem gewaltigen Schlag die Spannung zurück. Dieses Schema zieht sich durch's ganze Buch und ist mir bitter aufgestoßen, denn ich bin eher ein Fan von kontinuierlicher Spannung, langatmige, ewig lange Stellen sind nicht wirklich mein Favorit.

Und wenn ich einmal dabei bin, mich über das ewige Gelaufe der Alice Quentin aufzuregen, dann kann ich gleich noch ein paar Worte zu den Charakteren loswerden. Alice, ihre Freundin, die leitenden Ermittler - sie alle wirken blass und nichtssagend, sind keine Charaktere, die einem noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleiben und alle haben sie mehr oder weniger nervige Eigenschaften an sich. Der einzige Charakter, den ich wirklich interessant fand, war Alice' Bruder und dieser hat eine psychische Störung - das spricht dann wohl für sich.

Bewertung

Meine anfänglich positive bis durchwachsene Meinung hat sich leider recht schnell in eine eher Negative verwandelt. Das finde ich wirklich schade, denn "Im Totengarten" hätte ein guter Thriller werden können. Und eines steht fest: wenn ich nochmal ein Buch in die Hände kriege, in der der Protagonist ständig Laufen oder Joggen geht, dann lege ich es gleich beiseite.



Montag, 18. März 2013

Gelesen: Das Stockholm Oktavo von Karen Engelmann

Und noch eine Rezension, ich bin ja heute richtig fleißig *grins*

Eckdaten

Titel: Das Stockholm Oktavo
Autorin: Karen Engelmann
Format: Hardcover, 507 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe; Februar 2013
Genre: Historischer Roman
ISBN: 978-3455403893
Euro (D): 22.99

Inhalt

Stockholm 1789. Europa ist in Aufruhr. In Frankreich wütet die Revolution. Noch ahnt König Gustav III. von Schweden nicht, dass auch seine Tage gezählt sind. In seinem engsten Umfeld werden arglistig Allianzen geschmiedet. Gustavs Vertraute, die Kartenlegerin Sofia, versucht alles, um seine Zukunft zu retten, doch sie hat eine mächtige Rivalin.
Bei der Seherin und Kartenlegerin Sofia Sparv gehen die Mächtigen des Landes ein und aus. Umso überraschter ist der einfache Beamte Emil Larsson, als Sofia ihn auswählt, um ihm ein Oktavo zu legen: acht Karten, die für acht Personen aus seinem Umfeld stehen und sein Schicksal maßgeblich beeinflussen. Etwa Baroness Uzanne, die die Sprache der Fächer perfekt beherrscht und sie geschickt einsetzt, um ihre Gegner auszuschalten; oder die Kräuterkundige Johanna, die auf gefährliche Abwege gerät, oder aber der passionierte Fächerhersteller Nordin, der unwillentlich zum Spielball der Baroness wird. Das Oktavo ruft sie alle auf den Plan, doch wer steht auf welcher Seite? Wer paktiert mit wem? Larsson merkt erst allmählich, dass es in seinem Oktavo nicht nur um seine eigene Zukunft geht, sondern um die eines ganzen Königreiches.

Meine Meinung

Der Klappentext hat mich fast magisch angezogen, denn einen so gestrickten, historischen Roman habe ich noch nie gelesen und war daher unglaublich neugierig, was mich wohl erwarten würde. Die ersten 150 Seiten war ich sehr angetan, aber dann wurde die Euphorie mit jeder Seite weniger, bis ich am Schluss das Buch ziemlich gelangweilt weggelegt habe. Warum das so ist, versuche ich jetzt mal zu erklären, es wird also keine Inhalt-Figuren-Fazit-Rezension, das als kleine Vorwarnung.

Wie gesagt, der Stoff ist einfach klasse. Das Buch spielt in einer interessanten Zeit, an einem ausgefallenen Ort (sonst bekommt man es ja immer mit Frankreich und ähnlichem zu tun) und wartet mit ein paar ganz besonderen Elementen auf. Dass das Kartenlegen so ausschweifend behandelt wird und auch mit tollen Illustrationen versehen wurde, fand ich absolut außergewöhnlich und empfinde es als einen gewaltigen Pluspunkt für das Buch, denn es hebt es dadurch definitiv von der Masse an historischen Romanen ab. Das Problem an der Sache war für meinen Geschmack aber, dass es relativ schnell seinen Reiz verliert. Ich fand es zwar toll, wie detailverliebt Karen Engelmann das Kartenlegen erzählt hat, aber manche Stellen waren einfach dann so gedehnt, dass sie einfach nur noch öde waren. Interessant ist auch die Sache mit den Fächern - nicht, dass ich mich jetzt extrem dafür interessieren würde, aber die Autorin hat dieses kleine Element so geschickt eingebaut und wusste auch hier wieder, dem Leser eine ihm vielleicht gänzlich unbekannte Sache, spannend näher zu bringen. Auch der gesamte Schreibstil des Buches und die detailreiche, lebendige Atmosphäre, haben mir durchweg gefallen und stellen wieder einen Pluspunkt dar.

Was veranlasst mich jetzt aber dazu, nach diesen lobenden Tönen doch nur drei Sterne zu geben? Grundsätzlich fehlt mir ab einem gewissen "Wendepunkt" einfach die Spannung. Am Anfang ist man noch gefesselt von den vielen neuen Eindrücken, die auf einen einströmen (Karten legen, Fächer, Atmosphäre, usw.), aber dann verliert die Geschichte zunehmend an Fahrt und an Reiz. Es ist mir zunehmend schwerer gefallen, der Geschichte zu folgen und ich habe wirklich mit jeder Seite ein Stück meiner Leselust verloren - das war ca. nach einem Drittel des Buches. Was mich am Anfang noch gefesselt hat, wurde eintönig und endete manchmal sogar in seitenlangem Geschwafel. Ich finde es wirklich schade, dass ich das Buch nicht besser bewerten kann, aber dafür fehlen mir einfach zu viele Dinge oder es sind mir zu viele negative Dinge auf Dauer aufgefallen.

Bewertung

Trotzdem möchte ich niemandem, und schon gar nicht eingefleischten "Histo-Fans", von diesem Buch abraten, denn es ist wirklich eine kleine Perle unter den tausenden, ewig gleichen Romanen, auch wenn es seine Schwachstellen hat. Irgendwann werde ich dem Buch sicherlich eine zweite Chance geben!

3 Punkte


Kurz - Rezi: Naschmarkt

Hallo meine lieben Leser,

ich hoffe, Ihr seid mir noch nicht alle davon gerannt? :o) Ich bin gerade dabei, ein paar Rezis zu tippen, um meinem Blog wieder Leben einzuhauchen. Das Lesen geht immer noch schleppend voran, leider...Ich habe ja noch einige offene Rezis vom Februar, zwei Bücher möchte ich Euch unbedingt noch vorstellen und meine März-Bücher belaufen sich aktuell eh erst auf drei *hust*

Eckdaten

Titel: Naschmarkt
Autorin: Anna Koschka
Format: Taschenbuch, 448 Seiten
Verlag: Knaur TB; August 2012
Genre: Frauenroman
ISBN: 978-3426511206
Euro (D): 8.99

Inhalt

Dotti Wilcek hat der Männerwelt abgeschworen. Endgültig! Wer könnte weniger geeignet sein, eine Internetdatingagentur zu testen? Doch Dottis bissiger Blog über Männer, Mauerblümchen und Flirten für Anfänger spricht einer ganzen Generation von netzgeplagten Singles aus dem Herzen …

Kurzes Fazit

Dass ich nicht der absolute Fan von "leichter" Frauenlektüre bin, dürfte wohl mittlerweile dem ein oder anderen aufgefallen sein. Ab und zu versuche ich es dann trotzdem mal mit so einem Roman und manchmal erlebt man dann halt solche positiven Überraschungen wie mit dem Naschmarkt!

Dotti ist eine unglaublich sympathische Zeitgenossin und ich wette, dass sich 95% der (weiblichen) Leserschaft mit ihr identifizieren kann. Sie liebt Bücher, ist ein eigentlich ein Mauerblümchen, hat einen bekloppten Kater und der Männerwelt abgeschworen. In ihrem äußerst turbulenten Abenteuer bekommt sie es mit vielen, außergewöhnlichen Gestalten zu tun und die Autorin versorgt die Leserschaft mit allerhand amüsanten Seitenhieben auf die Welt der Bücher. Apropos Seitenhiebe, der Humor ist einfach nur herrlich und ich habe mich oft schlapp gelacht. Trotz dem das Buch fast 500 Seiten hat, hat man es schnell gelesen, denn ist es extrem kurzweilig und unterhaltsam geschrieben, sodass man es eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen will. Einfach klasse Unterhaltung, auch für Leute wie mich *grins*



Dienstag, 12. März 2013

Spam Invasion!

Hallo zusammen,

so langsam legt sich die Flaute wieder, zumindest was das Lesen angeht, aber wenn ich gute Bücher gelesen habe, will ich Euch natürlich auch was davon erzählen, also wird hier auch bald wieder bisschen Leben in die Bude kommen ;o)

Was mich aktuell aber ganz besonders nervt, sind massenweise Spam-Kommentare, die in den letzten beiden Wochen hier eingetrudelt sind. Ich habe ja keinen "Schutz" auf der Kommentarfunktion, weil ich es selber ziemlich nervig finde, immer erst irgendwelche Bestätigungscodes eingeben zu müssen, wenn ich was posten will, aber wohl oder übel werde ich sie wieder einführen müssen, denn ich habe keine Lust, dass mein Blog vollgespammt wird. Ist es denn eigentlich möglich, anonyme Kommentare zu unterbinden? Die ganzen Spammails kommen ja nicht von Google-Usern, sondern von irgendwelchen anonymen Bots. Also ich weiß nicht so recht, wie steht Ihr denn zu dem Thema? Wäre ganz nett, wenn Ihr mal so Eure Erfahrungen in die Kommis schreiben könntet (zwecks Sicherheitsschlüssel, usw.) und je nachdem überlege ich mir dann halt, wie ich es in Zukunft handhaben werde. Eins steht aber fest: länger mache ich das Gespamme nicht mit!

Samstag, 9. März 2013

Ich lebe noch!

Hallo liebe Leute,

ob Ihr es glaubt, oder nicht: ich lebe noch! :o) Aktuell plagt mich eine extreme Blog - und Leseflaute. Ich habe hier momentan drei angefangene Bücher rumliegen und will bei keinem so richtig weitermachen, es ist verdammt lange her, dass mir das das letzte Mal passiert ist! Zusätzlich kommt noch das Recherchieren und das Schreiben einer Hausarbeit dazu und am Ende des Tages hab ich dann meistens keine einzige Seite gelesen und auch keine Lust zum Rezi schreiben o.ä. Also es ist momentan echt schlimm und ich befürchte, dass es sich bis Ende des Monats noch so hinziehen wird. Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist "der Neue Fitzek", welches laut Amazon ja schon am Montag erscheinen soll und was könnte mir eher aus der Flaute helfen, als ein Buch meines Lieblingsautors? ;o) Na, wir werden sehen! Aber eins kann ich schon mal versprechen, es wird kein Dauerzustand bleiben :o)

Dienstag, 26. Februar 2013

Montagsfrage #3


Diese Woche bin ich auch wieder bei der Montagsfrage mit von der Partie! Allerdings ist sie dieses Mal gar nicht so einfach, denn:

"In wenigen Wochen ist wieder Zeit für die Leipziger Buchmesse. Bist du dabei? An welchen Tagen bist du da, wo kann man dich treffen und was möchtest du dir unbedingt ansehen? Ist es dein erstes Mal oder bist du schon ein alter Hase in Sachen Buchmesse?"
Tja, wenn ich das wüsste! Letztes Jahr war ich ja das erste Mal dort und das an allen Tagen, die die Messe für das gemeine Fußvolk geöffnet war. Ich habe ein paar tolle Tage gehabt, viel Interessantes erlebt, jede Menge tolle Bücher gekauft und mir signieren lassen und war am Ende völlig platt. Also eigentlich lautet das Motto: jederzeit wieder! Der Haken ist jetzt allerdings, dass ich ja letztes Jahr noch in Leipzig gewohnt habe. Dieses Jahr müsste ich mir also einen Tag rauspicken, um mit dem Zug hin - und wieder zurückzufahren, eine Übernachtung ist finanziell einfach nicht drin. Ich bin also noch fleißig am überlegen, ob ich es überhaupt machen werde. Wenn, dann wird es der Samstag, denn da habe ich mir schon ein paar tolle Veranstaltungen rausgesucht und irgendwie juckt es mich ja schon, schließlich bin ich auch nur ein armer Buchjunkie mit Bedürfnis nach allem, was mit Buchstaben bedruckt ist ^^ Also vielleicht sehen wir uns dieses Jahr am Samstag, mal sehen :o)

Gelesen: Wer hier stirbt, ist wirklich tot von Maximo Duncker

Hallo zusammen,

zu allererst: ich lebe noch! :o) Momentan herrscht bei mir ein wenig Lese - und Schreibeflaute, aber dieses graue, schneereiche Wetter (heute ist noch extremer Nebel dazu gekommen!) können einen echt ganz schön fertig machen =/ Aber es gibt noch einige Februar-Bücher, die ich Euch vorstellen möchte und da ich grade dank meines Klausurergebnisses sowieso gute Laune habe, nutze ich die Anti-Depri-Stimmung aus :o)

Eckdaten

Titel: Wer hier stirbt, ist wirklich tot
Autor: Maximo Duncker
Format: Taschenbuch, 320 Seiten
Verlag: Blanvalet; November 2012
Genre: Krimi
ISBN: 978-3442379774
Euro (D): 8.99

Klappentext

Wäre der Journalist Kai van Harm nicht vor knapp einem Jahr entlassen worden, hätte er jetzt nicht so viel Zeit. Hätte er jetzt nicht so viel Zeit, wäre er nicht ständig mit seinen Gedanken allein. Warum nicht ein Buch schreiben? Die Sehnsucht nach einem Neuanfang führt van Harm erst ins proletarische Neukölln, später in sein Landhaus in Brandenburg. Doch statt friedvoller Joggingrunden bei Sonnenaufgang erwarten ihn entflammte Gotteshäuser, vegetarisch gesinnte Antifas, ein Todesfall und allerlei skurrile Verwicklungen, wie es sie nur in der Provinz geben kann …

Meine Meinung

Es ist ein Satz, den jeder kennt: Bücher sind Geschmackssache. Bei Maximo Dunckers Debüt gilt das ganz besonders. Die meisten Kritiken dazu fallen nämlich alles andere als rosig aus, dass mir das Buch aber am Ende wirklich gut gefallen, zeigt nur mal wieder zu deutlich, wie unterschiedlich die Geschmäcker beim Lesen sind.

Angekündigt wird "Wer hier stirbt, ist wirklich tot" als ein unterhaltsamer, skurriler Provinzkrimi. Zwei Punkten kann ich durchaus zustimmen, aber der Krimi fehlt eigentlich total. Das ist dann wahrscheinlich auch der häufigste Kritikpunkt. Der "Krimi" beschränkt sich nämlich auf ein paar ganz einfache und fürchterlich leicht zu durchschauende Elemente, die am Ende genau so unspektakulär aufgelöst werden, wie sie in die Welt gestreut wurden. Also wenn ich jetzt nur den Krimi bewerten müsste, dann wäre das Buch auch für mich ein Reinfall, aber es hat eben doch noch so einiges an sich, was mich am Ende zu einer guten Bewertung bewogen hat.

Kai van Harm ist Journalist, vielleicht eher Ex-Journalist. Seine Redaktion hat sich am Anfang der Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes, in Schall und Rauch aufgelöst, jetzt ist er arbeitslos und flüchtet in sein Landhaus aufs Land, in die tiefste, brandenburgische Provinz. Dort lernt er Bruno kennen und bald ist die Einöde gar nicht mehr so öde, wie sie am Anfang zu sein scheint. Die beiden Protagonisten sind wie Tag und Nacht. Van Harm ist der typische, schnöselhafte Prenzlberg-Journalist, mit Faible für Bioläden und Abneigungen gegen Leute, die nicht seinem "Stand" angehören. Ergo der typische Neu-Berliner und eigentlich ein absoluter Kotzbrocken, anders kann man es nicht sagen. Das äußert sich dann halt auch in seinem teils endlosen Geschwafel, denn die Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt. Jetzt könnte man natürlich meinen, dass das alles öde und langweilig ist, aber Maximo Duncker lässt seinen Protagonisten ein paar herrlich fiese Bemerkungen machen, hat einige Winks mit dem Zaunpfahl eingebaut und auch die typischen, brandenburgischen Klischees werden mit viel Ironie bedient. Ich denke, man muss diese Art von Humor einfach mögen, wenn man mit dem Buch Spaß haben will, das ist wirklich nichts für jeden Geschmack. 

Ich würde sagen, ein Krimi ist es nicht, eher eine Art Erzählung über den schnöseligen Großstadtmenschen, der auf dem Land mit den fiesesten Klischees konfrontiert wird und das Ganze ist mit einer netten Prise schwarzem, ironischen Humor gewürzt.

Bewertung

Viele fanden das Buch langweilig, ich aber würde sagen, dass es wirklich eine Chance verdient hat und wer sich damit abfinden kann, dass es kein Krimi ist, sondern es eigentlich um abgedrehte Typen aus Berlin und der Provinz geht, der kann durchaus seinen Spaß damit haben.

Gute 3 Punkte